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„Ich liebe meinen Job! Dachte ich jedenfalls …“ von Alexandra Götze

*gesponserter Beitrag, Werbung* 😉

 Blogparade „Mein Job – Meine Welt“ ins Leben gerufen von Alexandra Götze

Nachdem  Ihr schon einige verschiedene Beiträge von Bloggern und ihren Jobs lesen konntet – u. a. gestern von Heike Lachnit – HL Journal – http://hl-journal.de/, kann ich heute meine ganz persönlichen Erfahrungen präsentieren.

Alexandra Grötze bezeichnet ihr Buch als Sachbuchroman mit autobiographischen Anteilen. Als Sachbuchroman würde ich dieses Buch jetzt nicht verstehen. Eher als eine Reise – der 40 jährigen Hauptcharakterin Beatrice Maria Engel – durch einen Tag, wie ihn jeder auf die eine oder andere Weise schon mal erlebt hat.

Mit der Ausnahme, dass sie den Tag in eine Tagebuchform schreibt, eine Nacht darüber schläft, sich diesen am nächsten Tag mit Abstand und einem anderem Blickwinkel widmet. Dadurch erfährt sie mehr über sich selbst, ihrem Job an sich und den Menschen drum herum. img_0529-2Der autobiographische Anteil ist nicht von der Hand zu weisen. Bevor sich Alexandra Götze als Coach und Beraterin selbstständig gemacht hat, war sie 18 Jahre in einem internationalen Großkonzern als gehobene Führungskraft im Bereich Human Resources verantwortlich für die Themen Recruiting, Personalmarketing und Talent Management. Dies ist gut nachzuempfinden in dieser Schreibweise.

Beatrice kennt den Laden seit über 18 Jahren, und seit einiger Zeit betrachtet sie diese Entwicklung immer kritischer. Als Chefin, wie als Mitarbeiterin, fragt sie sich von Tag zu Tag mehr, was sie in ihrem Konzern eigentlich noch soll. Als sie sich kurz vor der inneren Kündigung befindet, muss sie sich Klarheit verschaffen. Auf Anraten eines Life Coaches beschließt sie, ein Job Tagebuch zu führen, um die Ereignisse eines Arbeitstages , ihre Gedanken und Reaktionen darin festzuhalten: Sie hat Meetings, Telefonate, Schulungen und trifft Kolleginnen zum Lunch. In jeder Stunde dieses Arbeitstages widerfährt ihr das, was Tausende und Abertausende Angestellte heute täglich erleben: Beatrice kämpft gegen unternehmerische Willkür, nicht nachvollziehbare Verhaltensempfehlungen, gegen globale Sprachbarrieren und anstrengende Teamkapriziösen. Sie begegnet den Eitelkeiten der Führungskollegen und findet sich in unsäglichen Schulungen wieder…..

Nun aber zu meiner Geschichte. Wie bin ich zu dieser Blogparade gekommen, was hat mich angesprochen? Ganz ehrlich der Nebensatz „Dachte ich jedenfalls…“ triggerte mich und ich dachte, das muss ich lesen. Eine Leidensgenossin?

Als ich es laß, sprangen meine Gedanken hin und her. Teilweise konnte ich es wieder persönlich miterleben (Empathie ist nicht immer angenehm).

Mit 15 Jahren überraschte uns die Wende. Nix war mehr wie es mal war. (Es möchte hiermit keine politische Diskussion) entfachen. Es Stand die Frage, welche Schule soll jetzt besucht werden? Was ist Hauptschule, Realschule und Gymnasium? Hauptschule ist für die schlechten und die keinen Bock haben, Realschule für die Hauptschule zu schade, aber für das Gymnasium nicht gut genug, denn da gingen nur die Klugen hin. Na gut, dass das geklärt war. Ich absolvierte den Realschulabschluss und hatte Null Ahnung was ich danach machen sollte. Bei der Berufsberatung kam außer Polizistin oder Erzieherin keine klare Vorstellung von einem Job zustande. Da ich für Polizistin zu sozial eingeschätzt wurde, blieb mir die Ausbildung zur Erzieherin. Nun ging ich 5 Jahre zur Schule, machten das Fachabitur und wurden schließlich staatlich anerkannte Erzieherin. Erzieher ohne Job. Eine harte Zeit, denn damals war keine große Nachfrage nach Erziehern. Also jobbte ich in einer Hausbaufirma und in einem Fitnesscenter.

Nach zwei Jahren hatte ich als Erzieherin Glück und fand einen Job, das war der „6er im Lotto“. Ich ging gerne arbeiten, hatte viel Spaß. Nach einem 1/2 Jahr bekam ich meine eigene Verantwortung, denn ich begann bei den Jüngsten. Das war gut, denn die Eltern waren neu, genau wie ich. Ich konnte selbstständig arbeiten, Kreativität von Kindern und mir wurden gefördert, die verschiedenen Blickwinkel – Kinder – Elter -Erzieher -Meine -änderten sich. 5 Jahre präsentierte ich diese Einrichtung mit Leib und Seele.  Heute kann ich sagen: ich liebte meinen Job.

Dann kam die Zeit, wo die Nachfrage von jüngeren Kindern fehlte. Der Druck wuchs. Das soziale Punktesystem wurde angesprochen. Na super; ich war die Jüngste, am kürzesten da und keine Kinder. Es wurden mehr Kinder aufgenommen, als das die Einrichtung dafür konzipiert war. Die Konkurrenz zu den anderen Kindergärten wurde geschürt. Immer BESSER mussten wir werden. Der Druck, die Konkurrenz und alles andere nahm zu. Das BB Programm dazu, die Arbeit veränderte sich immer mehr, die Eltern bekommen höhere Ansprüche und somit war DER Erzieher geboren.

Der Erzieher, der Psychologe, Sekretärin, Eheberater ist, welcher den minutiös, getimte Plan jedes Kindes – die jetzt schon auf 45 Kinder angestiegen waren (Druck – Kinder = Erzieherstelle) – zu kontrollieren und zu managen hatten. Maler und Handwerker hätten wir bestimmt auch noch eine Auszeichnung für bekommen. Denn wir gaben alles. Das Qualitätsmanagement wurde eingeführt. Alles wurde noch mehr dokumentiert. „Oh super, als ob wir auch sonst nichts zu tun hatten“.

„Da haben sich die Herren Oberbosse, welcher inzwischen durch „Wirtschaftsspezialisten“ ersetzt wurden, gedacht, dass in die Einrichtung ein Qualitätsmanager kommt, um uns zu zeigen, wo wir noch ZEIT optimieren können.“ Und stellt euch vor, was er sagte: „in IHRER Einrichtung, gibt es keine Möglichkeit mehr, noch irgendwo Zeit zu optimieren. Sowas hat er noch nie gehabt“.  Na super, das es zu mindestens mal von außen festgestellt wurde. Kein Wunder das nach und nach die Erzieher für längere Zeit erkrankten. Miene Kollegen und ich wurden unzufriedener. Keine Zeit für eigene Projekte, geschweige denn die geforderten BB Pläne etc. Wo ist die ZEIT mit den Kindern?feedback

feedback-1Ich wurde immer frustrierter – hat man innerlich gekündigt oder mit dem Job, mit der Einrichtung oder mit wem?

Nein ganz ehrlich. Bewußt war es mir nicht. Ich funktionierte. Mich nockte der Burnout aus. Fragen wie – WER bin ich? WAS kann ich? WAS bewirke ich überhaupt? –

Heute im Nachhinein nennt man das wohl innerliche Kündigung. Aber bewußt war es mir nicht? Viele Zweifel und Zwiespalt in extremen Gedankenrausch.

So ähnlich erging es auch Bea, vielleicht nicht im Rausch, denn sie konnte es ja sortiert in Tagebuchform aufschreiben. 😉

Auf dem Balkon ist es mucksmäuschenstill, dafür trommeln die Gedanken in meinem Kopf um so lauter…..“ (Seite 9)

Ich persönlich schrieb auch. Ich analysierte alles mögliche. Mein Job, meine Familie… Ich schrieb viele „College Bücher“.  Und ich lernte mich kennen. Empfand es als befremdlich, wenn ich nach Tagen mal nachschaute. Ich sollte lernen, was ich erreicht hatte, nur das ist ja NICHTS, denn wir müssen immer BESSER werden.

Nun ich kehrte zu meinem Job kurzzeitig zurück, denn ich, wusste ja auch nicht, was ich sonst noch machen könnte. Die Selbstzweifel waren groß und Erzieher hat echt mal Spass gemacht. Aber ich ahnte nicht, dass zusätzlich mein unerfüllter Kinderwunsch eine derzeitige unüberwindbare Hürde war.

Was nun? Die Ämter, Behörden, die meisten die keine Ahnung haben und, wie soll man es erklären, wenn ich selber erst nach und nach die Zusammenhänge zu einem Puzzle zusammenführte. Was konnte ich mal, wo war ich gut? Ideen kamen und wurden verworfen. Zeit, Geld, Wünsche bzw. wie funktioniere ich wieder, um in der Gesellschaft wieder Fuss zu fassen?img_0537-2Selbständig oder Angestellte? Oh man. Soll der Job Spass machen oder nur die Miete rein bringen? Umschulung bekam und erkämpfte ich mir. Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte. Die Vernunft siegte.

Aber die Zeit hat mich geprägt. Der ganze Papierkram bringt mich manchmal um den Verstand. Aber ich habe mit Menschen zu tun. Bekomme von den Mandanten oft gesagt: „Schön das sie wieder da sind oder danke das Sie mir zugehört haben“. Ich nehme mir Zeit, die eigentlich schon wieder nicht habe. Denn hier bin ich zu langsam (so ein Burnout hinterlässt Spuren ;-/) und „Zeit ist Money“. Oh wie ich die ganzen Sprüche HASSE.

Nun bin ich in 3 Monaten fertig. Oftmals wollte ich abbrechen. Fühlte und fühle mich nicht gut vorbereitet für den Job. In der Zwischenzeit hatte ich ein Vorstellungsgespräch für Erzieherin, denn heutzutage werden Erzieher gesucht ohne Ende. Wie mein Weg weiter geht, weiss ich nicht. Ich möchte einen Job finden, den ich zu mindestens gerne mache. letzte-seiteMein Fazit:

Ich muss gestehen anfänglich hatte ich etwas Schwierigkeiten mit dem einbringen der englischen, fachspezifischen Wörter. „Oh man so geschwollen“. ;-(. Aber ich lass mich schnell rein. Ich überlaß die englischen Worte einfach. Und begab mich mit auf die fluchend, witzige, sarkastische und selbstkritische Tagesreise der Bea. Ich musste oft schmunzeln und hatte Spass beim Lesen. Ach hier ist er – der Spass :-).

Was ich gut finde, der Leser wird persönlich angesprochen. Wer macht das heutzutage noch?img_0542-2Nun wünsche wir Euch viel Spass beim Lesen und einen schönen Sonntag

Nadine & Lumpi & Sophie

Morgen könnt Ihr den Beitrag von Stefanie Steger – Tausend Leben http://tausend-leben.blogspot.de/ lesen.

Hier hast Du die Möglichkeit das Buch zu bestellen:

Das am 2. November 2016 bei Books on Demand veröffentlichte Buch, umfasst 184 Seiten und ist für einen Preis von 5,99 € als Kindle-Edition, für 11,90 € als Taschenbuch sowie für 19,99 € als gebundene Ausgabe bei

Und wer nach dem Buch noch etwas anderes von Alexandra Götze lesen möchte, kann hier mal rein schauen.


*Das Produkt wurde mir kostenfrei für diesen Bericht zur Verfügung gestellt. Und mein Bericht spiegelt meine eigene und ehrliche Meinung wider.

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